AD(H)S bei Erwachsenen – Diagnostik und Behandlung in meiner psychiatrischen Praxis

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (AD(H)S) ist eine neurobiologische Entwicklungsstörung, die häufig bis ins Erwachsenenalter fortbesteht. Viele Betroffene – insbesondere Frauen – erhalten die Diagnose jedoch erst spät oder gar nicht. In meiner Praxis biete ich eine fundierte AD(H)S-Diagnostik für Erwachsene sowie eine leitliniengerechte Behandlung an.

AD(H)S bei Erwachsenen: Häufige Symptome
Im Erwachsenenalter zeigt sich ADHS meist anders als im Kindesalter. Hyperaktivität tritt oft in den Hintergrund, während folgende Symptome im Vordergrund stehen:

  • Konzentrationsstörungen
  • Chronische Desorganisation
  • Probleme mit Zeitmanagement
  • Vergesslichkeit im Alltag
  • Innere Unruhe oder Gedankenkreisen
  • Impulsivität
  • Emotionale Dysregulation
  • Erhöhte Reizempfindlichkeit
  • Prokrastination trotz Leistungsfähigkeit

Unbehandelte AD(H)S kann zu erheblichen Belastungen im Beruf, Studium, in Partnerschaften und im Selbstwertgefühl führen. Häufig bestehen Komorbiditäten wie Depressionen, Angststörungen oder Erschöpfungssyndrome.

AD(H)S bei Frauen – häufig unerkannt
AD(H)S bei Frauen wird überdurchschnittlich häufig übersehen. Während männlich sozialisierte Kinder im Kindesalter oft durch impulsives Verhalten auffallen, zeigen weiblich sozialisierte Kinder eher unaufmerksame, stille Symptome. Frauen entwickeln häufig kompensatorische Strategien wie Perfektionismus, übermäßige Anpassung oder starken Leistungsdruck. Dadurch bleibt die zugrunde liegende AD(H)S lange unentdeckt.

Hormonelle Veränderungen (z. B. im Zyklus, in Schwangerschaft oder Wechseljahren) können die Symptomatik zusätzlich beeinflussen. Eine späte Diagnose im Erwachsenenalter wird von vielen Patientinnen als große Entlastung erlebt, da biografische Schwierigkeiten besser eingeordnet werden können.

AD(H)S Diagnostik für Erwachsene
Die ADHS-Diagnostik im Erwachsenenalter erfordert eine sorgfältige und differenzierte Abklärung. In unserer Praxis umfasst dies:

  • Ausführliche psychiatrische Anamnese
  • Erhebung der Kindheitsentwicklung
  • Standardisierte Fragebögen
  • Differenzialdiagnostik (z. B. Abgrenzung zu Depression, Angststörung, Traumafolgestörung, Persönlichkeitsakzentuierungen)
  • Erfassung möglicher Komorbiditäten

Ziel ist eine präzise Diagnosestellung nach aktuellen wissenschaftlichen Leitlinien.

AD(H)S Therapie und Behandlung
Die Behandlung von AD(H)S bei Erwachsenen ist multimodal und individuell angepasst. Mögliche Bausteine sind:

  • Psychoedukation
  • Medikamentöse Therapie (z. B. Stimulanzien oder Nicht-Stimulanzien gemäß Leitlinie)
  • Unterstützung bei Alltagsstrukturierung
  • Emotionsregulation
  • Behandlung begleitender psychischer Erkrankungen
  • Zusammenarbeit mit Psychotherapie bei Bedarf

Eine adäquate Behandlung kann die Lebensqualität, berufliche Leistungsfähigkeit und emotionale Stabilität deutlich verbessern.

Wann ist eine Abklärung sinnvoll?
Eine diagnostische Abklärung ist empfehlenswert bei:

  • Langjährigen Konzentrations- und Organisationsproblemen
  • Wiederkehrenden beruflichen oder akademischen Schwierigkeiten
  • Chronischer Überforderung trotz hoher Motivation
  • Häufig wechselnden Projekten oder Interessen
  • Innerer Unruhe und emotionaler Instabilität
  • Verdacht auf AD(H)S bei bestehender Depression oder Angststörung


ADHS im Erwachsenenalter – Klarheit schafft Handlungsspielraum
Eine fachgerechte Diagnostik ermöglicht eine differenzierte Einordnung der Symptome und eröffnet gezielte Behandlungsoptionen. AD(H)S ist keine Charakterschwäche, sondern eine behandelbare neurobiologische Besonderheit. 

Wenn Sie eine AD(H)S-Diagnostik für Erwachsene oder eine psychiatrische Behandlung wünschen, vereinbaren Sie gerne einen Termin in meiner Ordination.


Burnout und Erschöpfung bei Frauen

Burnout ist eine häufige psychische Belastungsreaktion, die zu schwerer emotionaler, körperlicher und mentaler Erschöpfung führen kann. Als Fachärztin für Psychiatrie biete ich Diagnostik und eine individuell abgestimmte Behandlung bei Burnout und stressbedingten Erkrankungen.


Was ist ein Burnout-Syndrom?
Das Burnout-Syndrom beschreibt einen Zustand chronischer Überlastung, der häufig mit Symptomen wie Erschöpfung, innerer Leere und verminderter Leistungsfähigkeit einhergeht. Ohne rechtzeitige Behandlung kann Burnout in ernsthafte psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen übergehen.

 

Typische Burnout-Symptome:

  • Anhaltende Müdigkeit und Energiemangel
  • Konzentrationsstörungen und Leistungsabfall
  • Schlafprobleme
  • Reizbarkeit oder emotionale Erschöpfung
  • Rückzug und Interessenverlust

Ursachen von Burnout
Burnout entsteht meist durch eine Kombination aus beruflichem Stress, persönlichen Belastungen und individuellen Faktoren. Häufige Auslöser sind:

  • Dauerhafte Überforderung durch Care- oder Erwerbsarbeit
  • Hoher Leistungsdruck und Perfektionismus
  • Fehlende Erholungsphasen
  • Konflikte im Arbeits- und/oder Privatleben
  • Ungleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit

Bei Frauen wirkt sich die Dauerbelastung durch Verantwortung in Beruf, Familie und sozialen Beziehungen zusätzlich als hoher Risikofaktor für das Entstehen eines ausgeprägten Erschöpfungszustandes aus.

Zu den oben genannten Symptomen kommt noch das Gefühlt dauerhaft "funktionieren zu müssen" hinzu.

Diese weibliche Form der Erschöpfung ist eng verknüpft mit den patriarchalen Strukturen unserer Gesellschaft die Frauen nach wie vor benachteiligen durch

  • Ungleich verteilte Care-Arbeit und mentale Last
  • Hohe gesellschaftliche Erwartungen an Rollenbilder
  • Geringere Anerkennung und strukturelle Benachteiligung im Berufsleben (gender pay gap, gläserne Decke etc.)
  • finanzielle Abhängigkeiten
  • Schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • Soziale Prägungen, die Selbstfürsorge erschweren
  • Altersarmut (gender pension gap)

Fachärztliche Diagnostik und Behandlung
In einem ausführlichen Erstgespräch findet eine fundierte Abklärung Ihrer Beschwerden statt. Dabei ist es wichtig, Burnout von anderen psychischen Erkrankungen wie Depression oder Angststörung abzugrenzen. Im weiteren Verlauf plane ich mit Ihnen Ihre individuelle Therapie sowie eine medikamentöse Behandlung bei Bedarf. Falls noch nicht vorhanden, helfe ich Ihnen eine*n passende*n Psychotherapeut*in zu finden.

Wann sollten Sie sich Hilfe suchen?
Wenn Erschöpfung, Stress oder Überforderung über längere Zeit bestehen bleiben und Ihren Alltag deutlich beeinträchtigen, ist eine fachärztliche Abklärung sinnvoll. Frühzeitige Behandlung kann helfen, eine Verschlechterung zu vermeiden und Ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
Termine können Sie über die Funktion „ONLINE TERMINVERGABE“ der Homepage vereinbaren oder telefonisch – wir rufen zurück!